Trauerkarte schreiben: Beispiele, Texte & Formulierungen für die richtigen Worte
Wie schreibt man eine Trauerkarte? Aufbau, Anrede, tröstende Formulierungen, fertige Beispiele, Trauersprüche, Motive und Etikette – damit Sie in einer schweren Zeit die passenden Worte finden.
- Was ist eine Trauerkarte?
- Der richtige Zeitpunkt
- Wem schreibe ich eine Trauerkarte?
- Beileid mündlich oder schriftlich?
- Was Sie beim Schreiben beachten sollten
- An wen adressiere ich die Karte?
- Aufbau: So gliedern Sie die Trauerkarte
- Beispiele & Vorlagen
- Trauersprüche
- Motive, Farben & Symbolik
- Wo kauft man Trauerkarten?
- Geld in die Trauerkarte legen
- Todesanzeige und Traueranzeige
- Häufige Fehler vermeiden
- Danksagung nach der Beerdigung

Was ist eine Trauerkarte?
Eine Trauerkarte – auch Kondolenzkarte oder Beileidskarte genannt – ist eine schriftliche Beileidsbekundung an die trauernden Angehörigen. Sie zeigt Anteilnahme und Verbundenheit und gibt den Hinterbliebenen das Gefühl, in ihrer Trauer nicht allein zu sein. Unterschieden wird meist nur das Format:
| Format | Beschreibung | Länge |
|---|---|---|
| Trauerkarte / Kondolenzkarte | Gefaltete Karte mit Bildmotiv und oft vorgedrucktem Spruch, handschriftlich ergänzt | Kurz bis mittel |
| Beileidskarte | Kompaktere Variante, häufig geschäftlich oder bei lockeren Beziehungen | Kurz |
| Kondolenzschreiben | Briefform, ausführlicher und persönlicher, in die Karte eingelegt oder separat verschickt | Mittel bis lang |
| Trauerbrief | Ausführliche Anteilnahme, oft von mehreren Personen unterzeichnet | Lang |
Der richtige Zeitpunkt
Versenden Sie die Karte möglichst bald, nachdem Sie vom Todesfall erfahren haben – idealerweise innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen. In den ersten Tagen brauchen Angehörige tröstende Worte am dringendsten. Eine Karte, die erst Wochen später eintrifft, kann den Schmerz unnötig wieder aufbrechen lassen. Und falls Sie erst spät vom Verlust erfahren: Auch eine späte Trauerkarte ist besser als gar keine – erklären Sie kurz, dass Sie die Nachricht erst jetzt erreicht hat.
Wem schreibe ich eine Trauerkarte?
Eine Trauerkarte schreibt man vor allem an Bekannte, Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn, Vereinsmitglieder und entferntere Verwandte. Bei den engsten Angehörigen und engsten Freunden ist ein persönlicher Anruf oder Besuch meist die angemessenere erste Geste – eine Karte kann sie ergänzen:
| Beziehung | Angemessene Geste |
|---|---|
| Enge Familie, engste Freunde | Anruf oder persönlicher Besuch, gerne zusätzlich eine Karte |
| Verwandte, Freunde, Bekannte | Handschriftliche Trauerkarte |
| Kollegen, Nachbarn, Vereinsmitglieder | Trauerkarte oder Kondolenzschreiben |
| Geschäftliche Kontakte | Förmliche Beileidskarte vom Unternehmen |
| Menschen, die weiter entfernt leben | Trauerkarte, ggf. zusätzlich Eintrag ins Online-Kondolenzbuch |
Beileid mündlich oder schriftlich?
Beides hat seinen Platz: Ein Anruf oder Besuch ist die richtige Wahl, wenn Sie den Trauernden sehr nahestehen und unmittelbar da sein möchten. Die schriftliche Karte gibt den Angehörigen dagegen die Freiheit, die Worte dann zu lesen, wenn sie dafür bereit sind – und sie bleibt als Erinnerung erhalten. Eine digitale Nachricht (WhatsApp, SMS) oder ein Eintrag in ein Online-Kondolenzbuch ist als zusätzliche, schnelle Geste willkommen, ersetzt die handschriftliche Karte aber in der Regel nicht.
Was Sie beim Schreiben beachten sollten
- Handschriftlich statt gedruckt: Eine Trauerkarte ist eine persönliche Geste. Schreiben Sie den Text bei Unsicherheit vorher auf einem Schmierblatt vor – die Schönheit der Handschrift ist zweitrangig, es zählt die Geste.
- Floskeln vermeiden: Phrasen wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ oder „Du musst jetzt stark sein“ können verletzen, statt zu trösten.
- Persönlich und ehrlich: Nennen Sie den Namen des Verstorbenen und knüpfen Sie an gemeinsame Erlebnisse oder geschätzte Eigenschaften an.
- Vorlagen nur als Inspiration: Muster dürfen helfen – wandeln Sie sie aber so ab, dass sie zu Ihrer Beziehung und Situation passen.
- Alternativen zum Wort „Beileid“: „aufrichtige Anteilnahme“, „tief empfundenes Mitgefühl“ oder „in stiller Verbundenheit“ klingen oft persönlicher.
An wen adressiere ich die Karte?
Die früher übliche Formulierung „An das Trauerhaus“ ist aus der Mode gekommen. Richten Sie die Karte direkt an die betroffene Person oder Familie: „Liebe Familie Müller“, „Sehr geehrte Familie Müller“ – oder, wenn Sie nur eine Person kennen, „Liebe Frau Müller“.
Aufbau: So gliedern Sie die Trauerkarte
- 1. Anrede: je nach Nähe „Liebe(r) [Vorname]“, „Liebe Familie [Name]“ oder förmlich „Sehr geehrte Familie [Name]“.
- 2. Einleitung: Benennen Sie, wie Sie vom Todesfall erfahren haben, und Ihr Gefühl – z. B. „Die Nachricht vom Tod Ihres Mannes hat mich zutiefst erschüttert.“
- 3. Erinnerung: Ein gemeinsames Erlebnis oder eine geschätzte Eigenschaft – für die Familie ein großer Trost, zu wissen, dass der Verstorbene nicht vergessen wird.
- 4. Beileid: z. B. „In diesen schweren Stunden spreche ich Ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus.“
- 5. Hilfe anbieten: konkret statt allgemein – „Wenn ich Einkäufe oder Besorgungen übernehmen kann, rufen Sie mich einfach an.“
- 6. Wunsch für die Zukunft: „Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit viel Kraft.“
- 7. Bezug zur Trauerfeier (optional): Kündigen Sie an, ob Sie zur Beisetzung kommen – z. B. „Wir werden am Freitag gemeinsam mit Ihnen Abschied nehmen.“ Können Sie nicht teilnehmen, erklären Sie es kurz und ehrlich.
- 8. Trauerspruch (optional): passend zur Beziehung und zum Glauben der Familie.
- 9. Abschiedsgruß: „In stiller Anteilnahme“, „In liebevoller Verbundenheit“ oder „Mit tiefem Mitgefühl“.
Formulierungen für den ersten Satz
- „Gerade habe ich erfahren, dass [Name] von uns gegangen ist, und ich kann es noch gar nicht fassen.“
- „Die Nachricht vom Tod Ihres Mannes hat mich zutiefst erschüttert.“
- „Mit großer Bestürzung habe ich heute vom Tod Deiner geliebten Mutter erfahren.“
- „Wir sind unendlich traurig, weil wir erfahren haben, dass [Name] so plötzlich von uns gegangen ist.“
- „Mit tiefem Schreck suche ich nach den passenden Worten für das Unfassbare.“
Formulierungen für Beileid und Anteilnahme
- „Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei Ihnen und Ihrer Familie.“
- „Ich fühle mich mit Dir und Deiner Familie in diesen schweren Stunden verbunden.“
- „In diesen schweren Stunden des Abschieds spreche ich Ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus.“
- „Zu dem schmerzlichen Verlust möchte ich Ihnen mein tief empfundenes Beileid bekunden.“
- „Wir teilen Ihre Trauer über den schweren Verlust.“
- „Tief betroffen sprechen wir Ihnen unsere aufrichtige Anteilnahme aus.“
Formulierungen für Hilfsangebot und Zukunftswunsch
- „Wenn Du jemanden zum Reden brauchst, melde Dich jederzeit.“
- „Wenn ich irgendetwas für Dich tun kann – Einkäufe, Besorgungen, den Hund ausführen – ruf mich einfach an.“
- „Ich melde mich in den nächsten Tagen bei Dir und frage, ob ich unterstützen kann.“
- „Nehmen Sie sich die nötige Zeit zum Trauern und zum Abschiednehmen.“
- „Möge die Erinnerung an die gemeinsame Zeit Dir Kraft und Zuversicht geben.“
Abschiedsgrüße am Ende der Karte
- In liebevoller Verbundenheit
- In stiller Anteilnahme
- Aufrichtige Anteilnahme
- Mit tiefem Mitgefühl
- Von ganzem Herzen in aufrichtiger Anteilnahme
- In tiefen Gedanken
- Mitfühlende Grüße
- Wir trauern mit Dir
Beispiele & Vorlagen für verschiedene Anlässe
Die folgenden Muster dürfen Sie an Ihre Situation anpassen – ersetzen Sie die Platzhalter und ergänzen Sie eine persönliche Erinnerung.
„Liebe [Vorname], die Nachricht vom Tod Deiner geliebten Mama hat mich zutiefst erschüttert. Ich kann es noch gar nicht fassen.
Ich erinnere mich so gerne an ihre herzliche, offene Art und daran, wie sehr sie uns immer bewirtet hat. Sie war eine wunderbare Frau, die für ihre Familie da war, ohne zu zögern.
Mein tief empfundenes Beileid gilt Dir und Deiner ganzen Familie. Wenn Du jemanden zum Reden brauchst oder ich im Haushalt helfen kann – melde Dich jederzeit.
Für die kommende Zeit wünsche ich Dir viel Kraft, Trost und Zuversicht. In liebevoller Verbundenheit, [Vorname]“
„Lieber [Vorname], mit Bestürzung habe ich vom Tod Deines Vaters erfahren. Die Nachricht hat mich sehr getroffen.
Ich werde seinen trockenen Humor und seine Hilfsbereitschaft nie vergessen – er war für uns immer da, wenn jemand Rat oder eine Starthilfe brauchte.
Mein aufrichtiges Beileid zu diesem schmerzlichen Verlust. Ich bin in Gedanken bei Dir und Deiner Familie. Ich wünsche Dir für die kommenden Wochen viel Kraft und Zuversicht. Mit stiller Anteilnahme, [Vorname]“
„Liebe [Vorname], dass Deine liebe Oma nun von uns gegangen ist, macht mich sehr traurig. Sie war für unsere ganze Familie immer ein besonderer Mensch.
Ich werde ihre warme, gütige Art und die wunderbaren Geschichten, die sie uns erzählt hat, in liebender Erinnerung behalten.
Mein tiefes Mitgefühl gilt Dir und Deiner Familie. Möge die Erinnerung an die gemeinsame Zeit Dir Trost und Kraft geben. In stiller Anteilnahme, [Vorname]“
Für den Großvater passt an eine Familie gerichtet: „Liebe Familie [Name], mit Bestürzung haben wir vom Tod Eures lieben Großvaters erfahren. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und wünschen Euch viel Kraft und Zuversicht trotz des schmerzlichen Verlustes. Aufrichtige Anteilnahme, Familie [Name]“
„Liebe [Vorname], dass Dein geliebter Mann so plötzlich von uns gegangen ist, hat mich zutiefst erschüttert. Ich kann es noch gar nicht fassen.
Ich erinnere mich an die gemeinsamen Abende mit Euch, an sein Lachen und daran, was für ein liebevoller Partner er war.
Mein aufrichtiges Beileid zu diesem unendlichen Verlust. Ich bin jederzeit für Dich da – sei es als Zuhörer oder im Alltag. Ich wünsche Dir für die kommende Zeit viel Kraft, Ruhe und Trost. Von ganzem Herzen, in aufrichtiger Anteilnahme, [Vorname]“
„Lieber [Vorname], es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Dass [Name] von uns gegangen ist, macht mich unendlich traurig.
Ich erinnere mich so gerne an unsere gemeinsamen Reisen, die langen Telefonate und seinen Humor, der uns immer zusammengebracht hat.
Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt Dir und Deiner Familie. Wenn Du reden willst – egal wann –, ich bin da. Ich wünsche Dir viel Kraft. In tiefer Freundschaft, [Vorname]“
„Sehr geehrte Familie [Name], mit großer Bestürzung haben wir vom plötzlichen Tod Ihres Mannes erfahren – er war ein geschätzter Kollege und ein freundlicher Begleiter in unserem Arbeitsalltag.
Wir werden seine hilfsbereite, zuverlässige Art in unserer Abteilung sehr vermissen.
Zu dem schmerzlichen Verlust sprechen wir Ihnen unser aufrichtiges Beileid aus. In stiller Anteilnahme, [Team / Abteilung]“
„Liebe Familie [Name], gerade habe ich vom Tod Ihres lieben Vaters erfahren und möchte Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.
Er war ein freundlicher, hilfsbereiter Nachbar, der immer ein offenes Wort und Zeit für uns hatte. Wir werden ihn sehr vermissen.
Wenn ich bei Besorgungen, im Garten oder mit dem Auto helfen kann – sprechen Sie mich jederzeit an. Für die kommende Zeit wünschen wir Ihnen viel Kraft. Mitfühlende Grüße, Ihre Nachbarn, Familie [Name]“
„Liebe [Vorname], mit tiefem Schmerz habe ich vom Tod Deiner lieben Schwiegermutter erfahren. Sie war eine warmherzige Frau, die ihre Familie über alles geliebt hat.
Mein aufrichtiges Beileid gilt Dir und Deiner Familie. Ich wünsche Euch für die kommenden Wochen viel Kraft, Trost und Zeit zum Abschiednehmen. In stiller Anteilnahme, [Vorname]“
„Liebe [Vorname], lieber [Vorname], es gibt keine Worte für den Schmerz, den der Verlust Eures geliebten [Name] bedeutet. Unser Mitgefühl ist grenzenlos. Wir werden [Name] als fröhliches, lebensfrohes Kind in Erinnerung behalten und Euch in dieser schweren Zeit in Gedanken nahe sein. Wenn wir irgendetwas für Euch tun können, Tag oder Nacht – meldet Euch. In stiller, tiefer Verbundenheit, [Vorname]“
Bei einer Karte für ein Kind gilt: weniger ist mehr. Ein sanftes Naturmotiv – etwa ein Schmetterling – ist hier passender als strenges Schwarz.
„Liebe Familie [Name], mit Bestürzung habe ich vom Tod Ihres lieben [Verwandtschaftsverhältnis] erfahren. Mein aufrichtiges Beileid gilt Ihnen und Ihrer ganzen Familie. In stiller Anteilnahme, [Vorname]“

Trauersprüche für die Trauerkarte
Ein passender Spruch kann Trost spenden und der Karte einen würdevollen Rahmen geben – gewählt passend zur Beziehung und, falls die Familie religiös ist, zum Glauben.
Kurze Trauersprüche
- „Erinnerungen sind kleine Sterne, die in der Dunkelheit unserer Trauer leuchten.“ – unbekannt
- „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, bleibt in den Herzen seiner Mitmenschen.“ – Albert Schweitzer
- „Die Bande der Liebe werden mit dem Tod nicht durchschnitten.“ – Thomas Mann
- „Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.“ – Honoré de Balzac
Religiöse Trauersprüche
- „Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“ – Josua 1, 5b
- „Herr, du hast mich aus der Tiefe gezogen. Du hast mein Leben dem Grab entrissen.“ – Psalm 30, 4
- „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.“ – Joseph von Eichendorff
Weltliche Trauersprüche
- „Was dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn.“ – Antoine de Saint-Exupéry
- „Wenn ein Freund geht, muss man die Türe schließen, sonst wird es kalt.“ – Maria Brecht
- „Wenn du an mich denkst, erinnere dich an die Stunde, in welcher du mich ans Leben holtest.“ – Rainer Maria Rilke
Für Eltern und bei Kindern
- „Eine Mutter hält die Hände ihrer Kinder für eine kleine Weile, ihre Herzen für immer.“ – unbekannt
- „Ein Vater ist jemand, der zu seinen Kindern steht – auch wenn er gehen muss.“ – unbekannt
- „Manche Sterne leuchten nur kurz – aber heller als alle anderen.“ – unbekannt
Motive, Farben & Symbolik der Trauerkarte
Traditionelle Trauerkartenmotive sind der schwarze Rand, der Schmetterling, die weiße Taube und das Herbstblatt. Weiß und Creme wirken würdevoll und sanft, Schwarz traditionell, Rot steht bei engen Angehörigen für die Liebe über den Tod hinaus.
| Motiv | Bedeutung |
|---|---|
| Schwarzer Rand | Klassisches Trauersymbol, sofort erkennbar |
| Schmetterling | Verwandlung, Weiterleben der Seele – oft bei Kindern |
| Weiße Taube | Frieden, ewiges Leben, Heiliger Geist |
| Herbstblatt | Abschließen, Loslassen |
| Baum / Wurzel | Beständigkeit, Weiterwirken über den Tod hinaus |
| Landschaft / Meer | Weite, Übergang |
| Farbe | Bedeutung | Wann passend |
|---|---|---|
| Schwarz / Grau | Traditionelle Trauer | Klassische Beileidskarten |
| Weiß / Creme | Reinheit, Frieden, Licht | Universell |
| Rot | Liebe über den Tod hinaus | Enge Angehörige, Partner |
| Lila / Violett | Übergang, Spiritualität | Religiöse Karten |
| Blau | Vertrauen, Ewigkeit, Ruhe | Stille, würdevolle Anteilnahme |
| Grün | Natur, Leben, Hoffnung | Naturverbundene Verstorbene, Waldbestattung |
Wo kauft man Trauerkarten?
Trauerkarten sind erhältlich beim Bestattungshaus, in Papeterien und Schreibwarengeschäften, in spezialisierten Online-Shops sowie über individuelle Online-Druckereien, bei denen Sie Motiv und Spruch selbst gestalten können. Beachten Sie bei Online-Bestellungen die Lieferzeit von meist zwei bis fünf Werktagen – die Karte sollte rechtzeitig ankommen. Gerne halten wir in unseren Standorten auch eine Auswahl würdevoller Karten für Sie bereit.
Geld in die Trauerkarte legen – Brauch und Etikette
In einigen Regionen Deutschlands ist es üblich, der Trauerkarte einen Geldbetrag beizulegen – meist als Beitrag für Blumenschmuck, Grabpflege oder eine Spende. Üblich sind etwa 10 bis 50 Euro, je nach Nähe zur Familie. Wichtig ist ein kurzer Vermerk in der Karte, z. B. „als kleiner Beitrag zum Blumenschmuck“ – so wissen die Angehörigen, wie das Geld gemeint ist. Immer häufiger bitten Familien stattdessen um eine Spende an eine Organisation, die dem Verstorbenen am Herzen lag; ein entsprechender Hinweis findet sich dann meist in der Todesanzeige.
Todesanzeige und Traueranzeige – der Unterschied
Die Todesanzeige ist die von den nächsten Angehörigen aufgegebene Anzeige, die den Tod und die Bestattungstermine bekannt gibt. Die Traueranzeige ist die emotionalere Variante, die auch von Freunden, Kollegen oder Vereinen geschaltet werden kann. Ein Nachruf erscheint nach der Beerdigung oder zum Jahrestag, die Danksagung bedankt sich nach der Beisetzung bei allen, die Anteil genommen haben. Die Trauerkarte ist Ihre persönliche Antwort auf eine solche Anzeige – oft finden Sie darin auch den gewünschten Rahmen (z. B. „von Beileidsbekundungen am Grab bitten wir abzusehen“ oder einen Spendenwunsch).
Häufige Fehler vermeiden
- Zu spät verschickt: möglichst innerhalb der ersten zwei Wochen senden.
- Floskeln statt echter Worte: „Die Zeit heilt alle Wunden“ wirkt schnell gedankenlos.
- Vollständig abgeschrieben: Vorlagen sind Inspiration, kein Endprodukt.
- Unpersönliche Anrede: „An das Trauerhaus“ ist veraltet – lieber „Liebe Familie [Name]“.
- Hilfe nur allgemein angeboten: Bieten Sie konkrete Unterstützung an (Einkauf, Besorgungen, Gespräch).
- Unpassendes Motiv oder grelle Farbe: Im Zweifel schlicht und hell wählen; bei Kindern sanfte Naturmotive statt strengem Schwarz.
- Geld ohne Vermerk beigelegt: Ohne einen Hinweis wie „für den Blumenschmuck“ wirkt Bargeld schnell unpassend.
- Namen falsch geschrieben: Prüfen Sie Name und Schreibweise sorgfältig.
Danksagung nach der Beerdigung
Auch die Angehörigen bedanken sich nach der Beisetzung schriftlich bei allen, die eine Trauerkarte, Blumen oder Unterstützung geschenkt haben – etwa mit: „Für die liebevollen Worte, die schönen Blumen und die treue Anteilnahme danken wir von Herzen.“ oder „In stiller Trauer und mit tiefem Dank für jede begleitende Geste – Familie [Name].“
Wir sind für Sie da
Die passenden Worte zu finden, ist Teil des Abschieds – und niemand muss diesen Weg allein gehen. Wenn Sie Unterstützung in der Trauer suchen, begleiten wir Sie mit unserer Trauerbegleitung in Berlin einfühlsam und persönlich. Was unmittelbar nach einem Todesfall zu tun ist, erklärt unser Ratgeber Erste Schritte im Trauerfall; wie Trauer wirkt und was Angehörigen hilft, lesen Sie in Trauer verstehen und begleiten.
Häufige Fragen
Was schreibt man in eine Trauerkarte?
Eine persönliche Anrede, ein ausdrückliches Beileid, idealerweise eine persönliche Erinnerung an den Verstorbenen, ein konkretes Hilfsangebot und ein guter Wunsch für die kommende Zeit. Ein passender Trauerspruch kann die Karte ergänzen, ist aber kein Muss.
Wie fange ich eine Trauerkarte an?
Beginnen Sie damit, wie Sie vom Todesfall erfahren haben, und benennen Sie Ihr Gefühl – etwa „Mit großer Bestürzung habe ich heute erfahren, dass …“ oder „Gerade hat mich die Nachricht vom Tod Deiner Mama erreicht, und ich kann es noch nicht fassen.“
Wie beende ich eine Trauerkarte?
Mit einem Wunsch für die kommende Zeit (z. B. „Ich wünsche Dir viel Kraft“) und einem abschließenden Gruß wie „In stiller Anteilnahme“, „Mitfühlende Grüße“ oder „In tiefer Verbundenheit“.
Wann sollte ich die Trauerkarte verschicken?
Möglichst innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen nach dem Todesfall. Spätestens nach drei bis vier Wochen sollte die Karte verschickt sein – trifft sie später ein, erklären Sie kurz, dass Sie erst jetzt vom Verlust erfahren haben.
Was ist der Unterschied zwischen Trauerkarte und Kondolenzschreiben?
Die Trauerkarte ist die gefaltete Karte mit Motiv und gegebenenfalls vorgedrucktem Spruch, das Kondolenzschreiben der ausführlichere Brief, der in die Karte eingelegt oder separat verschickt wird. Bei engerer Beziehung passt das Kondolenzschreiben, bei Bekannten genügt die Trauerkarte.
Was schreibt man, wenn man den Verstorbenen nicht persönlich kannte?
Auch dann ist eine Karte angebracht. Beschränken Sie sich auf das ausdrückliche Beileid an die Angehörigen und vermeiden Sie erfundene Erinnerungen: „Zum Tod Ihres [Verwandtschaft] möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.“
Ist eine Beileidsbekundung per WhatsApp oder SMS ausreichend?
Eine digitale Nachricht ist eine zusätzliche Geste und in nahen Beziehungen willkommen. Die handschriftliche Trauerkarte bleibt jedoch die angemessene Form – sie zeigt, dass Sie sich Zeit genommen haben.
Darf man Geld in die Trauerkarte legen?
In manchen Regionen ist das üblich – meist 10 bis 50 Euro mit einem Vermerk wie „als Beitrag zum Blumenschmuck“. Immer häufiger wird stattdessen um eine Spende an eine vom Verstorbenen gewählte Organisation gebeten; ein Hinweis dazu steht oft in der Todesanzeige.
Welche Farbe und welches Motiv soll die Trauerkarte haben?
Klassisch sind schwarzer Rand, weiße Taube oder Schmetterling. Weiß und Creme wirken würdevoll und sanft, Schwarz traditionell, Rot steht bei engen Angehörigen für die Liebe über den Tod hinaus. Bei Kindern ist ein sanftes Naturmotiv statt strengem Schwarz empfehlenswert.
Was schreibt man in eine Trauerkarte für ein Kind?
Hier gilt: weniger ist mehr. Ein schlichtes, grenzenloses Mitgefühl ohne viele Worte, ein liebevoller Bezug zum Kind und ein konkretes Hilfsangebot, das Tag und Nacht gilt. Floskeln sollten unbedingt vermieden werden.
Muss die Trauerkarte handschriftlich sein?
Ja, eine Trauerkarte sollte immer handschriftlich verfasst werden. Eine schöne, gleichmäßige Handschrift ist dabei zweitrangig – es zählt die persönliche Geste. Schreiben Sie den Text bei Unsicherheit vorher auf einem Schmierblatt vor.
